Warum Absatzform und Absatzhöhe stilprägend ist
Schon vor Jahrhunderten waren Absatzschuhe beliebt – bei Männern und Frauen. Mit mäßiger Höhe können breite Absatzarten schlichtweg praktischer sein und beim Gehen das Abrollen erleichtern, wodurch sie sich bequemer anfühlen. Doch Hand aufs Herz: Insgeheim geht es darum, dass Schuhe durch Absätze zum Hingucker avancieren und zur selbstbewussten Körperhaltung mit erhabener Gangart verleiten, oder nicht? Jetzt kommen die Gute-Laune-News des Tages: Die Mission gelingt mit allen Absatzformen, sofern das Schuhdesign ein Kracher ist.
Blockabsatz – lässig und trittsicher
Die Geschichte der Absatzschuhe ist so verwoben, dass man wahrscheinlich nie lupenrein feststellen wird, wer sie erfunden hat und welche Form zuerst aufkam. Historische Gemälde von Männern und Frauen lassen aber keine Zweifel offen: Der Blockabsatz war schon vor Jahrhunderten beliebt. Es wird ein Geheimnis bleiben, warum sich die Adligen dafür entschieden, deren Porträts die lange Historie beweisen. Klar sind die Gründe in der Gegenwart.
Der Blockabsatz erfüllt seinen ästhetischen Zweck, wirkt aber als die diskrete und lässige unter den Absatzarten. Die ausgeprägte Breite und der gerade Verlauf sorgen außerdem dafür, dass man das Leben komfortabel und sicher angehen kann – im Büro, Urlaub oder Standesamt. Das gilt auch für moderat hohe Blockabsätze, wofür die extravaganten Brautsandalen und gemusterten Slings von Bariello beste Bespiele sind.
Kuba-Absatz – geschaffen für Angriffslustige und Bodenständige
Beim Galopp kann der perfekte Halt in den Steigbügeln das Leben retten. Beim Absteigen möchte man auch dann keine Schlitterpartie erleben, wenn Eile geboten ist. Beide Wünsche erfüllte eine der frühesten Absatzformen von Schuhen, die für den sicheren Tritt breit gestaltet und für die Verankerung im Bügel abgeschrägt war. Über die zweckmäßigen Absatzart und Absatzhöhe freut man sich auch ohne Pferd – beim Stadtbummel im Herbst oder Businesstermin, der zum Marathon ausufert.

Die historischen Links zu Reitvölkern und Cowboys lassen die rustikale Aura der Designform erahnen. Sie ist auch als Kuba-Absatz bekannt und würde das hauchzarte Cocktailkleid sehr gewagt kontrastieren. Im Alltag gleicht der Kuba-Absatz jedoch einem Patentrezept, wenn man Damenschuhe in Übergröße sucht, die realistisch und schick sind. Das gilt für Statement-Stiefeletten genauso wie Pumps.
Keilabsatz – kultige Lässigkeit unter den Absatzarten
Die Bodenhaftung reicht von der Fußspitze bis zur Ferse, weil die Laufsohle durchweg den Asphalt berührt. Damit das Schuhdesign den femininen Touch nicht vermissen lässt, präsentiert es sich hinten höher als vorne. Bei vielen Fashionexpertinnen leuchten schon die Augen, weil es um den herzallerliebsten Keilabsatz geht.
Die Absatzart debütierte in den 1930ern und war in den 1970ern en vogue. Dadurch gesellt sich zum Tragekomfort eine Vintage-Note, die lässigen Sommeroutfits gut steht. So bittet der Keilabsatz förmlich darum, bequemen Urlaubsschuhen einen raffinierten Twist zu verleihen – beispielsweise den Espadrilles.
Plateau-Absatz – bombastisch oder sportlich
Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert war eine der kuriosesten Absatzarten modern. Charakterisierte sie die Damenschuhe, war an schnelle Schritte nicht mehr zu denken. Unmöglich war auch lasterhaft ausgelassenes Tanzen bei Bällen, was den kirchlichen Oberhäuptern gefiel.
Wer gerade Fragezeichen vor den Augen hat, googelt in einer freien Minute die „Chopine“ oder „Zoccoli“. Sie gelten als frühe Beispiele für den Plateau-Absatz, an dem sich bis heute die Geister scheiden. Manche finden ihn bequem, andere zu klobig für ein unbeschwertes Laufgefühl. Das gilt besonders für Modelle mit beeindruckender Sohlendicke und Absatzhöhe, die den 1960er-Ikonen den Hof machen. Das Blatt wendet sich, wenn Designer die Idee sportlich interpretieren und dem Sneaker eine durchgehende Plateausohle gönnen. Absatzarten wie das Plateau sind immer wieder Trend und kehren in jeder Generation in unterschiedlichen mit unterschiedlicher Absatzhöhe zurück.
Latino-Absatz – Geheimtipp für den Stöckelschuhauftakt
Ein Hoch auf die Bequemlichkeit, aber wo sind die Absatzarten mit eleganter Grazie? Los geht’s: Für den Einstieg in die Stöckelschuhwelt ist der Latino-Absatz der heißeste Freundschaftstipp. Er stützt großflächig die Ferse und verjüngt sich für den filigranen Gesamteindruck. Kurz vor dem Bodenkontakt entfaltet er sich wieder, damit ein breiter Absatzfleck den wackelfreien Auftritt gewährleistet.
Noch deutlicher werden die Vorteile beim Laufen, wenn ein Latino-Absatz den Louis-XV-Absatz stilistisch zitiert und bei der Höhe nicht übertreibt. Kommen gerade Zweifel an der Eleganz solcher Absatzformen auf? Ein Blick auf die Sandale mit zarten Riemen, entzückender Schleife und glänzendem Goldabsatz genügt, damit sie sich in Luft auflösen.
Trichterabsatz – elegant, aber nicht zu filigran
Den Namen darf man wortwörtlich nehmen: Assoziationen mit einem Trichter weckt die Form, die breit am Fersenbereich ansetzt und auf dem Weg zum Boden schmaler wird. Es bleibt aber beim Absatzfleck mit einer Breite, die Einsteigerinnen die Angst vor Gleichgewichtsproblemen nimmt.
Der Trichterabsatz ist die ideale Absatzart, um sich ohne großartige Stöckelschuherfahrungen endlich höher hinaus zu wagen – beispielsweise in den beneidenswert eleganten 60-Millimeter-Sandaletten. Der Riemen betont nicht nur neckisch den Knöchel. Er optimiert auch den Halt, wenn man damit über das Tanzparkett schwebt.
Kitten-Heel fürs unfallfreie Trainingsprogramm
Je geringer der Absatzdurchmesser wird, umso mehr Geschicklichkeit ist gefragt. Sie sollte behutsam trainiert werden, wenn man kein Interesse am Flirt mit dem Unfallchirurgen hat. Die Challenge lautet also: Arbeite dich bei den Absatzarten vom Partykätzchen zur Partylöwin hoch.
Dafür wurde der Kitten-Heel erfunden. Er präsentiert sich so grazil wie der Pfennigabsatz, spart aber bei der Absatzhöhe, damit es nicht zu Slapstick-Einlagen kommt. Taktisch klug ist der Griff zu Sling-Pumps mit Kitten-Heels, die fabelhaft zum Businessrock und zur Freizeitjeans passen. So lassen sich viele Trainingsläufe für den nächsten Absatzarten-Level in den Alltag integrieren.
Pfennigabsatz – Sperrspitze der femininen Grazie an Absatzarten
Wenn der Bodenkontakt im Fersenbereich dem Durchmesser eines Pfennigs gleicht, wird es scharf. Das gilt für die atemberaubend schlanke Form des Absatzes und das gesamte Erscheinungsbild. Es ist unmöglich, damit nach Holzfällermanier durch die Fußgängerzone zu stampfen. Wie beim Seiltanz lässt sich der Balanceakt nur mit fließenden Bewegungen und einer aufrechten Körperhaltung meistern, die selbstbewusst wirkt. Dadurch adeln Damenschuhe mit Pfennigabsatz fast jedes Outfit ganz ohne außergewöhnliche Absatzhöhe.
Zweifelsfrei wünscht sich das Businesskostüm der Karrierefrau dezente Stiletto-Pumps, die den beruflichen Erfolgen nicht die Show stehlen. Auf der Partymeile dürfen die High Heels sofort ins Auge springen. Gleiches gilt für die Trägerin, die damit die Nacht rockt, als hätte sie Pantoffeln an den Füßen. Absatzarten und die Absatzhöhe sind also immer auch Fragen des Anlasses.
Stylische Mogelpackung: Cone-Absatz
Konische Absatzarten begeistern nicht nur mit ihrer Extravaganz, sondern wirken durch ihre Formgebung auch massiv. So scheint es ein Kinderspiel zu sein, damit zu laufen. Vorsicht Falle: Waschechte Cone-Absätze verjüngen sich enorm, bevor sie den Straßenbelag erreichen. Deshalb entspricht der Stöckelschuh-Level den Pfennigabsätzen.
Horsch-Schuhe Magazin




